Jommeke – ein besonderes Projekt

Ein besonders schönes Projekt war die Zusammenarbeit mit dem damals neu gegründeten Aachener Comicverlag StainlessArt, für den ich die ersten zehn Alben des erfolgreichen belgischen Kindercomics Jommeke aus dem Flämischen ins Deutsche übersetzt habe, damals übrigens noch unter meinem Mädchennamen Esther Schwemmlein.

Jommeke in Belgien

Der im franko-flämischen Stil gezeichnete Comic Jommeke stammt ursprünglich aus der Feder des Flamen Jef Nys (1927-2009). Seit 1955 wird Jommeke mit großem Erfolg in Belgien herausgegeben, mit mittlerweile über 300 Alben.

Jommeke, Szenen aus dem Album Kinderherrschaft, Frans Halsplein Antwerpen, Copyright: Stefflater, CC BY-SA 4.0

Die Geschichte

Jommeke ist ein etwa elfjähriger Junge, der mit seinem sprechenden Papagei Flip und seinen drei Freunden Filiberke, Annemieke und Rozemieke viele Abenteuer erlebt. Von der Idee her erinnert Jommeke an die ebenfalls belgischen Comics Kuifje (Tim und Struppi) sowie Suske und Wiske, und durchaus auch an Enid Blytons Abenteuergeschichten The Famous Five.

Es gibt sowohl eine belgische, als auch eine niederländische Fansite mit viel Hintergrundinformation zum Comic.

Peter und Alexander

Bereits in den 70er-Jahren erschienen einige Bände von Jommeke in deutscher Übersetzung unter dem Titel Die bunten Abenteuer von Peter und Alexander. Damals wurde gleich die gesamte Handlung nach Deutschland verlegt: Die Heimat der Kinder war nun nicht mehr das fiktive belgische Dorf Zonnedorp, sondern eine Stadt in Deutschland. Aus Jommeke wurde Peter, sein bester Freund Filiberke hieß Alexander, die Zwillinge Annemieke und Rozemieke nannte man kurzerhand Annemarie und Rosemarie. Die anderen Charaktere bekamen ebenfalls deutsche Namen. Nach 34 Bänden wurde die Serie wieder eingestellt.

Auch in anderen Sprachen erschienen Alben mit Jommekes Abenteuern. So gibt es Übersetzungen ins Schwedische, Englische, Französische, Spanische, ja selbst ins Chinesische.

Jommeke bleibt Jommeke

Mario Wagner von StainlessArt wollte eine Neuübersetzung ins Deutsche herausgeben. Diesmal sollten die Helden der Geschichte aber ihre Identität nicht verlieren und der Charme des Originals sollte bewahrt bleiben. Daher behielten die Protagonisten ihre flämischen Namen und ihre Heimat. Die Übersetzung wollte ich dann auch nicht zu frei angehen und das Original nie aus den Augen verlieren. Die positiven Reaktionen zeigen, dass die Leser diese Vorgehensweise wertschätzen.

Nach dem zehnten Album hat sich Mario Wagner selbst an die Übersetzung gewagt und Geschmack daran gefunden. Schade für mich, aber absolut nachvollziehbar. Ich wünsche Jommeke im deutschsprachigen Raum anhaltenden Erfolg und hoffe, es werden noch zahlreiche Bände erscheinen.